Berichte aus der Lokalpresse ( Ostseezeitung ):

Aus dem Schlafsack ins Boot

Hafengelände für Meisterschaften zum Campingplatz umfunktioniert
Lediglich 20 Meter trennen die Europe-Segler von ihren Zelten bis zum Bodden. Bei 84 Teilnehmern ist die Platz-Kapazität schon jetzt ausgeschöpft. Die Starter kümmert das jedoch wenig.
Ribnitz-Damgarten (OZ) Für eine bestimmte Zeit im Jahr bekommt das Hafengelände des Segel-Club Ribnitz ein anderes Gesicht. Schon vor dem offiziellen Start der Deutschen Jugend-Meisterschaften der Europe am Sonntag verwandelte sich das beschauliche und maritime Areal in einen fast überfüllt wirkenden Campingplatz. "Sicherlich sind dies keine idealen Bedingungen. Es ist sehr eng, aber trotzdem die maximale Auslastung", sagt Carsten Clauser, Vorsitzender des Segel-Club Ribnitz.
Dem Großteil der 84 Teilnehmer ist die geringe Platz-Kapazität jedoch egal. "Die Organisatoren haben sich Mühe gegeben, etwas auf die Beine zu stellen", lobt Tamara Abentung vom Bodensee das Klima während der Wettfahrten. "Es gibt zu wenig Sanitäranlagen", moniert Johanna Schmidt aus Rostock. "Das Rahmenprogramm ist abwechslungsreich. Langeweile kam bislang noch nicht auf", erzählt Sebastian Winter aus Düsseldorf. "Ob Bowling, Kino oder Party. Es ist für jeden etwas dabei", so Susann Fischer aus Freiburg.
Andere Starter wiederum entzogen sich dem Trubel und kümmerten sich anderweitig um eine Unterbringung. "Campen ist nicht jedermanns Sache. Wir ziehen uns lieber zurück, um ausgeruhter ins Rennen zu gehen", erläutert Anika Bauer aus Berlin. Gemeinsam mit ihren Eltern wohnt sie in dieser Woche in einer Ferienwohnung im Rostocker Landweg.
In einem Punkt sind sich die Segler einig. Der Saaler Bodden zählt zu den anspruchsvolleren Segel-Revieren. "Der Wind dreht sehr stark. Es braucht Zeit, sich hier zurechtzufinden", berichtet Björn Münstermann aus Lübeck. "Viele von uns kennen diese Verhältnisse nicht", beurteilt Anne Riek aus Berlin den Schwierigkeitsgrad. Typisch für diese Jahreszeit seien diese Bedingungen allerdings nicht. "Aber damit müssen alle zurechtkommen", sagt Thomas Behrendt aus Duisburg.
Die Deutschen Europe-Meisterschaften sind indes nur der Vorgeschmack auf das erste Septemberwochenende. Dann steigen auf dem Ribnitzer See die Landesjugendmeisterschaften mit etwa 500 Aktiven. Die halbe Stadt verwandelt sich dann in einen Campingplatz.
RONNY BLASCHKE

SCR will Statistenrolle ablegen

Ribnitzer Segler planen im nächsten Jahr Einstieg in Europe-Klasse
Ribnitz-Damgarten (OZ) Als SCR-Vorsitzender Carsten Clauser gestern der neuen Deutschen Jugend-Meisterin im Europe den Pokal übergab, blieb den Ribnitzer Seglern nur die Statistenrolle. "Man kann sich nicht auf alle Klassen konzentrieren", gestand Dirk Müller, Hauptschiedsrichter und Jury-Obmann.
Während der Segel-Club Ribnitz im Opti- und Cadetbereich in den vergangenen Jahren zahlreiche Erfolge feiern konnte, ist der Europe für die Boddenstädter noch ein unbeschriebenes Blatt. Wie Dirk Müller verriet, sei allerdings Besserung in Sicht. Im nächsten Jahr will man ins Training einsteigen, im übernächsten an Regatten teilnehmen. "Der Europe ist eine olympische Frauenklasse. Unsere Mädchen sind noch nicht alt und kräftig genug. Deshalb müssen wir noch warten", erklärte SCR-Coach Müller. Ein Boot kostet 15 000 Mark.
Wenn es um die Austragung solcher Großveranstaltungen geht, gehören die Ribnitzer schon jetzt in die erste Liga. Bis gestern wurden elf Wettfahrten gestartet. Der Durchschnitt liegt bei neun. Zweimal musste aufgrund des schlechten Wetters der Hafen in Pütnitz angesteuert werden. "Auch die letzte planmäßige Wettfahrt wurde deshalb gestern nicht wie gewünscht beendet", berichtete Wettfahrtleiter Volker Stephan.
Dem Barther gebührte ganz besonderer Dank, weil er einen Tag vor dem offiziellen Start einsprang. Der Grund: Im Schiedsgericht fehlte einem Mitglied die Lizenz.
Am Gesamtklassement änderte dieser Wechsel auch nichts. Berit Berg vom SSC Kempen (Nordrhein-Westfalen) siegte mit 23 Punkten Vorsprung vor Kristof Koch aus Baden-Württemberg. "Es war eine würdige Deutsche Meisterschaft", lobte Berit Berg die Organisation. "Es ging hart zur Sache", fügte Kristof Koch hinzu.
Mit Ausnahme des Wetters blicken die Veranstalter auf eine gelungene Woche. Clauser: "Wir haben versucht, den Bedürfnissen der Aktiven gerecht zu werden."
R. BLASCHKE




Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 12. Juli 2001
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